Aktuell häufen sich bei uns die Anfragen von mittelständischen Firmen, denen wir 12 Monate früher sicher noch gut hätten helfen können. Heute ist hier meist die einzige Hilfe, die wir noch anbieten können, die Kontaktdaten eines guten Insolvenz-Anwaltes. Dass das dann häufig auch immense Auswirkungen auf das Privatvermögen der Geschäftsführer hat, haben viele nicht auf dem Radar. Zu oft ist dann einfach ein komplettes Lebenswerk in Gefahr – nicht nur die einzelne Firma.
Das müsste eigentlich nicht sein, wenn sich Geschäftsführer und Gesellschafter früher und ehrlicher mit ihrer eigenen Situation beschäftigen würden. Dazu gehören aus meiner Sicht mehrere Punkte, die man betrachten und verinnerlicht haben sollte:
Nicht wissen, in welchem Krisen-Status das eigene Unternehmen steht
Das IDW (Institut der Wirtschaftsprüfer) hat vor Jahren schon die 6 Krisenstadien entwickelt und in den Sanierungsstandard S6 mit aufgenommen.

In vielen Gesprächen mit Unternehmern und Geschäftsführerinnen haben wir in den letzten Jahren erlebt, dass die eigentliche Situation viel zu oft viel besser eingeschätzt wurde, als sie tatsächlich ist. Der Hintergrund hierzu ist recht einfach:
Viele übersehen, dass die Krise nicht erst dann beginnt, wenn die Ergebnisse weniger werden oder die Bank anruft.
Die Krise beginnt bereits, wenn man sich im Stakeholderkreis nicht einig ist!
Oft resultiert daraus eine unklare oder fehlende Strategie. Die führt dazu, dass sich im Betrieb und in der Mannschaft Dinge entwickeln, die nicht im Sinne des Unternehmens sind. Ich denke hier z.B. an zu starkes Silodenken, zu viel Politik und zu wenig Fokus auf Markt, Kunden und Effizienz in der Produktion.
Produkt- & Absatzkrisen, Ergebniseinbrüche und Liquiditätsengpässe sind dann meist die Folgen. Und die kann man, gerade in unserer aktuell wirtschaftlich ambitionierten Zeit, nicht einfach aussitzen.
Man sollte frühzeitig handeln.
Am besten schon, wenn es mit der Strategiekrise losgeht, besser noch, wenn die Stakeholderkrise vorliegt.
Hier reichen oft kleine Maßnahmen mit wenig Aufwand. Eine Stakeholderkrise kann beispielsweise recht einfach durch die Einbindung eines neutralen Außenstehenden oft gut im Rahmen von gut moderierten Workshops aufgelöst werden. Gleiches gilt auch für die Strategiekrise, die deutlich mehr als die Bereinigung von Zahlen sein sollte.
Aufwändiger und schmerzhafter wird es dann schon bei der Produkt- und Absatzkrise. Hier sind dann oft schon die grundlegenden Fragen nach der Marktfähigkeit der eigenen Produkte, die eigentliche Marktkenntnis und der Marktzugang in Frage gestellt. Aber auch hier gilt: Es ist immer noch kein Stadium, an dem man nicht handeln kann.
Diese Handlungsfähigkeit gilt auch für die Ergebniskrise. Hier wird es aber schon hektischer, ungemütlicher und folglich ruppiger. Spätestens hier sind alte Gewissheiten, Gewohnheiten und Ansprüche in Frage zu stellen. Das geht nicht ohne Schmerzen, konstruktiven Streit und Committment der Gesellschafter (und Geldgeber)… denn der Einsatz hier ist komplex und braucht Fachleute, am besten von außerhalb des Unternehmens. Das kostet Geld und Kraft.
Bei der Liquiditätskrise wird es dann schon richtig brenzlig und hektisch. Allerspätestens sollten jetzt externe Berater hinzugezogen werden. Und hier reicht nicht nur der Steuerberater. Das Problem ist hier meist schon viel umfangreicher, wie die obigen Krisen ja schon gezeigt haben. Hier sollte ein Spezialistenteam ran. Und ja, diese Spezialisten kosten Geld. Nicht wenig.
Aber, was passiert, wenn die ganze Firma Insolvent geht und die Geschäftsführung wegen Insolvenzverschleppung in den Fokus der Behörden kommt?
Wo stehen Sie aktuell?
Wir haben unseren Unternehmens-Schnellcheck entwickelt. Der bietet die Möglichkeit innerhalb von 5-10 Minuten und auf Basis weniger Fragen festzustellen, wo man tatsächlich steht.
Übrigens kostet er nur Ihre Zeit. Die Daten bleiben komplett bei Ihnen, außer Sie geben Sie für uns frei, damit wir Sie in einem Erstgespräch kennenlernen und eventuell unterstützen können.
Insolvenzverschleppung: Creditreform hat das Thema aktuell gut behandelt
Ich muss dazu nicht mehr schreiben. Creditreform hat das aktuell schon gut gemacht.
Hier der –> Link <–zum Artikel:
Vielen Dank fürs Lesen, viel Erfolg und bis bald,
Steffen Moldenhauer
captain@strategy-pirates.com
