Wie glücklich bist du in Wirklichkeit Deutschland? 

Sagen Sie mal, wann waren Sie eigentlich das letzte Mal so richtig-richtig glücklich? Erinnern Sie sich daran? Nehmen Sie sich doch mal die Zeit und beantworten Sie sich selbst diese Frage.  

Sind Sie so weit? Haben Sie Ihre Antwort gefunden? Prima, dann können Sie auch gleich mit Frage Nummer 2 weitermachen: Wie fühlt sich Ihr persönliches Glück an? Können Sie es beschreiben? 

So, und nun wäre eigentlich auch schon der Moment gekommen, an dem Ihnen das Lesen dieses Blogbeitrags echt irgendwie zu anstrengend wird. Ich verstehe das. Lassen Sie sich gleich von vorneherein sagen: Das Glück zu trainieren ist das – genau das, es ist nämlich tatsächlich anstrengend.  

Wie bei vielen anderen Angewohnheiten, Verhaltensweisen, guten wie schlechten, braucht es Zeit, Überwindung und ein wenig Anstrengung das Glück (wieder) mehr ins eigene Leben zu holen. Die Sache mit der passenden Aufmerksamkeit und Konzentration setzten wir an dieser Stelle voraus. Will ich etwas verändern, braucht es nämlich Konzentration und Aufmerksamkeit und dazu gehört auch das Lesen eines Artikels. Das “sich-Glücklichfühlen” will nichts anderes, als gut trainiert werden, wie das langsame Essen oder der regelmäßige Besuch im Gym.  

Und ja, jede innere Regung in uns braucht auch ein wenig eingeräumten Platz um sein zu können, egal, ob Trauer, Wut oder eben das Leichtsein.

Dabei sollten Sie wissen, dass Glück kein Gefühl ist, sondern ein erlebter Zustand, den wir als glücklich bezeichnen.

Die schlechte Nachricht dabei: Wir sind nie anhaltend glücklich, so sehr wir uns das auch wünschen. Wir haben keinen, ich wiederhole KEINEN prinzipiellen Anspruch darauf glücklich zu sein. Aber – jetzt kommt die gute Nachricht – wir können üben, die Dinge unter Glücks-Aspekten zu betrachten, um dem Glück ein weiches Nest zu bereiten, damit es zwischendurch einmal hineinplümpsen kann.  

Okayyyyy, ich räume ein, das ist ja mehr so nicht des Muffkopf-Deutschen größte Stärke, die Welt willens positiv zu sehen, sie ist in vielen Köpfen so schrecklich schlecht. Alles doof. Alles schwer. Alles Lügner, alle haben keine Ahnung. Die da oben und so.  

Und soll ich Ihnen etwas sagen? Diese Sichtweisen, nun, that´s the easiest way!

Mit großem Grinsen weise ich daher auch hier noch einmal auf die Tatsache in Form meines Dauerschleifen-Mantras hin: Glück fühlen zu können, ist für Sie eventuell mit vorheriger “Arbeit” verbunden!

Musiker werden durch das Musizieren zu Meistern. Ein Unternehmer weiß erst, ob ein Produkt am Markt ankommt, wenn er es hergestellt und dem Markt angeboten hat – nicht durch Markforschung. Ein Verkäufer entwickelt den perfekten Pitch erst durch unzählige Verfeinerungen und nach vielen Absagen – nicht durch die Lektüre von Verkaufsratgebern. Selbst dieser Artikel entwickelt sich für mich erst durch das Schreiben, denn die Zusammenstellung der einzelnen Worte habe ich ja nicht im Vorfeld durchdenken können. Ich muss das machen und ich muss mich ausprobieren.  

Wie die Psychologie das Glück definiert
Glück und Zufriedenheit sind Zustände, die man durch eigene Anstrengung und Arbeit an sich selbst erreichen kann.  

Da haben wir´s. Durch eigene Anstrengung. Dabei schaut die Psychologie in Sachen Glück gerne durch die Brille der humanistischen Psychologie. Glück entsteht durch: Selbstverwirklichung, Autonomie, Sinnsuche, Authentizität. 

Die ”genetische Prädisposition des persönlichen Glücks”
Nun. Auch hier will ich Ihnen nichts vormachen: Zu den Voraussetzungen eines jeden Einzelnen von uns sei gesagt, dass es unter uns ungefähr 50% sogenannte “Susi-Sorglos-Sonnenscheinmenschen” gibt, die in ihrer Genetik schon den Anker zum Glück an der richten Stelle gesetzt haben. Und es gibt eben auch 50%, die genetisch bedingt eher glücksgedämpft unterwegs sind. Das sind die, die sich Dinge schneller zu Herzen nehmen. Das sind die, denen es von außen gesehen eigentlich gut gehen müsste, sie selbst das aber anders sehen. Unsere Ausgangsbasis ist also, egal auf welcher Seite Sie stehen, 50%, das sagt die Forschung aus der positiven Psychologie. Addieren können wir hier jeweils zu den 50% der genetischer Ausgangssituation weitere 10% an Lebensumständen und,  

jetzt kommt´s(!) – satte 40% des Glücksempfindens resultieren aus unseren täglichen Gedanken, Handlungen und Entscheidungen – also unseren Denkmustern und Gewohnheiten!  

Ich bin begeistert! Jetzt ernsthaft. Denn für mich heißt das nichts anderes als: Egal auf welcher Seite Sie Ihre Basis verorten und egal, wie ihre derzeitigen Lebensumstände sind, so können Sie jederzeit mit stolzen 40 % eine Veränderung und Verbesserung herbeiführen.  

Zu 40 % hängt es von IHREN persönlichen Gewohnheiten und Bewertungen und Entscheidungen ab, die Sie tagtäglich im Kleinsten treffen. Es macht also absolut Sinn, genau da anzusetzen und sich auf die persönliche Suche nach dem persönlichen Glück zu machen. Denn das Glück lässt sich eben nicht bei den 10% (das waren die Lebensumstände) im außen finden, sondern vielmehr im inneren (also bei unseren 40%).  

Die 40% Chance für uns Alle
Um das Leichtfühlen gezielt zu trainieren, gibt es erprobte Herangehensweisen. Hier für Sie ein paar Beispiele. Suchen Sie sich 3 kleine Glückskniffe aus und implementieren sie Sie für die kommenden 4 Wochen in Ihr Leben (JAAAAHAAAA, das ist anstrengend – sagte ich ja bereits! Wie oft denn noch?!) 

Was uns glücklich(er) macht. Hier die Liste meiner persönlichen 13 Glückskniffe: 

    1. Schreiben Sie sich jeden Abend 3 Dinge auf, die sie an Ihrem Tag als sehr schön empfanden. Haben Sie zum Beispiel mit einem Kollegen gelacht? Haben Sie eine nette Begegnung gehabt, ist Ihnen in der Natur etwas Schönes aufgefallen, haben Sie ein gutes Essen genossen? Konnten Sie länger schlafen? Sie merken schon, gerade hier gilt es vor allem die Aufmerksamkeit zu trainieren und die eigene Sattelitenschüssel auf Empfang, sprich Tag für Tag Richtung Positivität auszurichten.

       

      Am Anfang werden Sie vielleicht sogar noch denken, da war nix. Mein Tag war absolute Sch… (darf ich hier nicht ausschreiben, aber Sie wissen schon, was ich meine)! Nun, dennoch bin ich sicher: ein jeder Tag in Ihrem Leben bringt Positives mit sich, Sie müssen sich vielleicht nur etwas länger (und angestrengter) danach auf die Suche machen. Sie werden sehen, die Übung macht den Meister.

    2. Schreiben Sie sich auf, was Ihre Stärken und Erfolge im Leben waren/sind.

      3. Überwinden Sie sich mindestens 1x am Tag etwas zu tun, was sie sonst nicht tun würden. Zum Beispiel: Barfuß über ein Stück Rasen gehen, Vorwärts, statt rückwärts einparken, gezielt eine Person an der Supermarkt-Kasse vorlassen, einem Fremden ein Kompliment machen, Ihrem Gegenüber zum Ausdruck bringen, was sie sehr an ihm/ihr zu schätzen wissen, Lob verteilen (natürlich nicht wahllos, dennoch in angebrachter Form, Sie werden sehen, das verändert nicht nur die Welt Ihres Gegenübers, sondern auch Ihre eigene), gezielt für zum Beispiel eine halbe Stunde in einem Café Leute beobachten.

        4. Legen Sie Ihr Handy für einen ganzen Abend aus der Hand und gestalten Sie den Abend bewusst nach Ihrem Gusto.

          5. Gehen Sie allein ins Kino, am Strand/im Wald/im Stadtviertel spazieren 

            6. Bereiten Sie gezielt einer Person aus Ihrem Umfeld eine Freude (Nachbar, Partner, Kind…)

              7. Sorgen Sie gut und gezielt für Ihren Körper, machen Sie regelmäßig den Sport (3x in der Woche) – einzige Voraussetzung: machen Sie den Sport, der Ihnen Spaß macht. Basket-Ball in der Mannschaft oder im Alleingang Nordic-Walking – Hauptsache, es bereitet Ihnen Freude!

              8. Treffen Sie Freunde.

                9. Lesen Sie regelmäßig ein Buch.

                10. Geben Sie Ihr Geld schwerpunktmäßig für schöne Erlebnisse aus, anstatt Dinge einfach nur zu kaufen und zu konsumieren.

                11. Engagieren Sie sich für andere Menschen in Ihrem Umfeld, so oft Sie können (Ehrenamt annehmen, mit den Kindern etwas Kreatives gestalten, im Garten neue Blumenzwiebeln einsetzten, das kaputte Zauntörchen (endlich mal) reparieren, Zimtschnecken backen, eine herzliche Nachricht schreiben. Achtung: Hier liegt der Schwerpunkt ebenfalls, wie bei Punkt 6., im Produzieren und Erleben, anstelle im reinen Konsumieren)

                12. Werden Sie Teil einer Gemeinschaft, Verein, Kirche, Englisch-Kurs. Vielleicht leben Sie aber auch beispielsweise ein sozial und gesellschaftlich zurückgezogenes Leben lieber, das ganz der Kontemplation oder dem Lernen gewidmet ist. Dann ziehen Sie sich bewusst und gezielt zurück.

                Fühlen sich zuhause am wohlsten, weil hier niemand mit Ihnen „ein Bierchen trinken“ oder sich „wegen neuer Projekte connecten“ will, bitte schön! Erlaubt ist was gefällt.  Vielleicht stellt dies nämlich eine wirkungsvolle Glücksstrategie für Sie dar, während das Wohlbefinden der meisten Menschen unter ständigem Alleinsein leidet. Letztlich muss jeder selbst entscheiden, welcher Glückskniff am überzeugendsten für ihn ist. Also gilt hier noch einmal der Hinweis: Strengen Sie sich an und werden Sie sich darüber bewusst, was sie brauchen und was Ihnen guttut.  

                13. Machen Sie etwas, was Sie als Kind gerne gemacht haben. Rollschuhlaufen, vom 3-Meter-Brett-Springen, hinter der Tür stehen und jemanden erschrecken, Klingelmäuschen in der Nachbarschaft spielen, ein Bild malen, sich von jemandem auf dem Fahrrad-Gepäck-Träger mitnehmen lassen, what ever.  

                Die Dinge, die wir regelmäßig tun, jeden Tag, wieder und wieder, diese Dinge bestimmen zu 40 % wie glücklich und zufrieden wir sind. Probieren Sie´s doch mal aus und lassen mich wissen, wie es klappt, Ihre 

                glückliche Office-Queen 

                 

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