STRATEGIE UNTER DER FLAGGE DER UNSICHERHEIT: WARUM NAVIGIEREN HEUTE DAS NEUE PLANEN IST

STRATEGIE UNTER DER FLAGGE DER UNSICHERHEIT: WARUM NAVIGIEREN HEUTE DAS NEUE PLANEN IST

Ein Blick auf das, was Unternehmen heute wirklich brauchen

Willkommen in der Ära der permanenten Überraschung 

Es gibt Tage, an denen man sich fragt, ob die Welt sich abgesprochen hat, uns alle gleichzeitig in den Wahnsinn treiben zu wollen. Lieferketten reißen, Märkte kippen, neue Wettbewerber tauchen aus dem Nichts auf, Technologien überschlagen sich, politische Rahmenbedingungen ändern sich schneller als man „Regulatorik-Update“ sagen kann – und irgendwo zwischen Homeoffice, New Work und dem neuesten KI-Tool sollen Unternehmen auch noch strategische Entscheidungen treffen, die bitte schön zukunftssicher, robust und ambitioniert sind. 

Klingt anstrengend? Ist es auch.
Aber es ist vor allem eines: die neue Realität! 

Unsicherheit fühlt sich längst nicht mehr wie ein Ausnahmezustand an, sondern ist zum Normalmodus unserer Wirtschaft geworden. Die Polykrise – das Unwort, das eigentlich viel zu nett ist für das, was es beschreibt – mehr als eine Schlagzeile. Sie ist der Rahmen, in dem Strategiearbeit neu gedacht werden muss. 

Doch viele Unternehmen reagieren darauf, als gäbe es noch immer die guten alten Zeiten: Fünfjahrespläne, die schon in Woche zwei bröckeln. Strategiemeetings, die eher an diplomatische Friedensverhandlungen erinnern als an mutiges Entscheiden. Und Risikoanalysen, die so tun, als ließe sich die Zukunft in Excel-Spalten pressen. 

Die Wahrheit ist, wer heute Strategie umsetzten möchte, braucht weniger Kontrolle und mehr Navigationskunst. 

Hier für euch die Fakten, auch, wenn´s vielleicht hier oder da wehtut:

Unsicherheit ist das neue Normal und das ist KEIN Weltuntergang 

Es klingt paradox, aber die Unsicherheit ist nicht das Problem. 

Das eigentliche Problem ist unser Umgang damit. Jahrelang haben Unternehmen versucht, Ungewissheit zu vermeiden – durch immer detailliertere Planung, durch immer mehr KPIs, durch immer robustere Prozesse. Die Zukunft wurde maximal berechnet, prognostiziert und geplant. Genauso wird’s biddeschön und garantiert laufen. Doch je stärker Unternehmende versuchen, Unsicherheit zu eliminieren, desto brutaler holt sie einen ein, wenn sie dennoch auftritt. 

Die Welt wird komplexer – nicht komplizierter.

Komplizierte Systeme kann man steuern. Komplexe Systeme muss man verstehen lernen.  

Dieser feine Unterschied entscheidet darüber, ob Unternehmen überleben oder scheitern. 

Und die Realität zeigt, dass viele Unternehmen diese Dynamik massiv unterschätzen. 
Eine Vielzahl an internationalen Managementstudien der letzten Jahre zeigt immer wieder das gleiche Muster: 

  • Die Mehrheit der Führungskräfte ist überzeugt, dass Marktunsicherheit stark zunehmen wird (die Finanz- und Konjunkturindikatoren deuten darauf hin, dass die Marktunsicherheit in Deutschland aktuell zunimmt. Der ifo-Geschäftsklimaindex liegt trotz moderater Besserung in vielen Monaten oft unter dem langfristigen Durchschnitt, und die Komponente der Erwartungen ist regelmäßig volatiler als die der aktuellen Lage, was auf zunehmende Unsicherheit hindeutet). 
  • Unternehmen fühlen sich darauf strategisch unvorbereitet. 
  • Geschäftsleitungen ist bewusst, dass ihre Strategien bereits kurz nach der Veröffentlichung veralten. 

Was läuft da schief? 

Kurz gesagt: Wir sehnen uns nach Stabilität, leben aber in einer Welt, die diese Sehnsucht komplett ignoriert. 

Warum klassische Strategieprozesse heute scheitern ist so manches Mal spektakulär 

Viele Unternehmen halten noch immer an Strategiemodellen fest, die aus der Zeit stammen, in der Walkmans total cool waren. Einige typische Muster, die uns in der Beratung tatsächlich immer noch begegnen: 

Der 5-Jahresplan: Nostalgie mit Folgekosten 

Es ist fast rührend: Jedes Jahr ziehen sich Managementteams zurück, um eine Zukunft zu planen, die sie nicht kennen, mit Daten, die zu alt sind und Annahmen, die bei Veröffentlichung schon fragwürdig wirken. 

Der 5-Jahresplan ist in einer Welt mit schnellen, nicht-linearen Veränderungen ungefähr so nützlich wie ein Wetterbericht für das Jahr 2030.

Das „Wir brauchen mehr Daten“-Syndrom 

Viele Unternehmen versuchen Unsicherheit durch Überquantifizierung zu bekämpfen. Mehr Daten, mehr Analysen, mehr Tools. Doch auch das ist ein Trugschluss: Daten sagen uns, was war – nicht, was sein wird.

Strategische Reden am Sonntag vs. Realität am Montag 

Das berühmte „strategische Commitment“, das so lange gilt, bis das erste operative Feuer gelöscht werden muss. Strategie zerbricht oft an der Diskrepanz zwischen Anspruch und Umsetzung. Und Unsicherheit verstärkt diese Lücke.

Konsens statt Klarheit 

In vielen Vorstandsetagen gilt: Was alle gut finden, wird gemacht. 
Problem: In unsicheren Situationen braucht man mutige Entscheidungen – keine weichgespülten Kompromisse.

Die Grundwahrheit: Strategie ist Navigation, nicht Vorhersage 

In einer unsicheren Welt entscheidet nicht der beste Plan, sondern die beste Reaktionsfähigkeit. Das klingt wie ein Buzzword, ist aber zentral.

Strategie ist nicht mehr die Kunst, die Zukunft vorherzusagen.
Strategie ist die Kunst, in einer unvorhersehbaren Zukunft handlungsfähig zu bleiben. 

Und genau hier liegt die eigentliche Revolution. Unternehmen müssen weg von der Idee des „finalen Masterplans“ und hin zu einem Portfolio aus klaren Prinzipien, flexiblen Optionen und kontinuierlichem Lernen. 

Oder in Piraten-Sprech: 
Der Wind ändert sich ständig. Aber wer sein Schiff gut kennt und es beherrscht und schnell lenkt, kommt trotzdem ans Ziel. 

Warum Unsicherheit Unternehmen eigentlich hilft (ja, tatsächlich!) 

Unsicherheit ist nicht nur Risiko – sie ist auch ein gigantischer Wachstumsbooster. 

Warum? 

Weil Unsicherheit die Karten neu mischt.

In stabilen Märkten gewinnen oft die Großen.
In turbulenten Märkten gewinnen die Schnellen, die Experimentierfreudigen, die Kreativen, die Mutigen.  

Studien zeigen, dass Unternehmen, die Unsicherheit als Chance zur Innovation sehen, deutlich stärker wachsen als jene, die in den „Risikoabwehrmodus“ schalten. 

Klingt einfach – ist es aber nicht. Denn um Unsicherheit als Chance zu nutzen, braucht es eine Stärkung genau der Fähigkeiten, die viele Unternehmen nie wirklich entwickelt haben:

  • Agilität,
  • Szenariokompetenz,
  • strategische Kommunikation,
  • Experimentierkultur und
  • eine Führung, die Orientierung gibt, ohne zu kontrollieren

Die drei Arten der Unsicherheit, wie man ihnen begegnet und sie strategisch für sich nutzt 

Viele Unternehmen werfen alle Unsicherheiten in einen großen Topf und wundern sich dann, warum sie chaotisch reagieren. Dabei hilft eine simple A/B/C Unterscheidung: 

A) Vorhersagbare Unsicherheit 

Beispiele: Saisonale Schwankungen, Standardmarktrisiken. 
-> Strategischer Umgang: Modellieren, planen, vorbereiten. 

B) Strukturunsicherheit 

Beispiele: Verschiebung von Marktlogiken, neue Technologien, verändertes Kundenverhalten. 
-> Strategischer Umgang: Hypothesen bilden, Optionen aufbauen, Experimente fahren. 

C) Extremunsicherheit  

Beispiele: geopolitische Schocks, unerwartete Innovationen, plötzliche Regulierungsschübe. 
-> Strategischer Umgang: Resilienz, dezentrale Entscheidungspower, Szenarien. 

Wer diese drei Formen unterscheiden kann, kann klüger reagieren. Wer alles als Chaos wahrnimmt, wird zwangsläufig auch chaotisch handeln. 

Was erfolgreiche Unternehmen anders machen: Die Navigationslogik 

Aus unserer Arbeit mit Unternehmen verschiedenster Branchen wissen wir: 
Die Gewinner von morgen zeichnen sich durch fünf strategische Fähigkeiten aus. 

1. Dynamische Orientierung statt starrer Zielbilder 

Sie setzen nicht auf ein einziges Zielszenario, sondern auf ein Set von Leitprinzipien und strategischen Haltungsankern. Diese wirken wie ein Kompass, der auch bei Nebel die Richtung zeigt. 

2. Szenarien statt Spekulationen 

Erfolgreiche Unternehmen entwickeln Szenarien, nicht weil sie wissen wollen, welches eintritt, sondern um bei jedem Szenario handlungsfähig zu bleiben. 

3. Entscheidungsintelligenz statt Entscheidungsflut 

Anstatt täglich neue Prioritäten zu setzen, schaffen sie klare Entscheidungsmechanismen und dezentrale Handlungsspielräume. 

4. Lernschleifen statt Großprogramme 

Anstatt drei Jahre auf ein Transformationsprojekt zu setzen, arbeiten sie mit iterativen Sprints, kontinuierlichem Feedback und einem realistischen Umgang mit Irrtümern. 

5. Strategische Kommunikation statt PowerPoint-Folklore 

Erfolgreiche Unternehmen wissen, dass eine Strategie nur dann etwas wert ist, wenn sie von den Menschen verstanden und gelebt wird. Keine Folie dieser Welt löst ein Verständnisproblem! Die Devise lautet also z.B. als erstes: Kommunikation!  

Wie man Strategieprozesse neu denkt. Der STRATEGY-PIRATES-Ansatz 

Jetzt wird es für euch praktisch. 

Wir sind nämlich davon überzeugt, dass Strategie heute

  • schnell,
  • mutig,
  • kollaborativ und
  • anpassungsfähig

sein muss.
Ist das nicht gegeben, ist sie schlichtweg KEINE (moderne) Strategie! 

Daraus entstehen drei Kernprinzipien: 

1. Geschwindigkeit vor Perfektion 

Perfektion ist ein Dinosaurier. Geschwindigkeit ist die neue Währung. 
Unternehmen, die in Unsicherheit gewinnen wollen, müssen schneller Entscheidungen treffen und diese auch kurzfristig anpassen können. 

2. Beteiligung als Erfolgsfaktor 

Strategie kann heute nicht mehr im Elfenbeinturm entstehen. Unternehmen brauchen die kollektive Intelligenz ihrer Mitarbeiter, nicht nur die der Vorstandsetage (wobei wir wieder bei der Kommunikation gelandet wären). 

3. Mut zur Klarheit 

Unsicherheit braucht eine klare Haltung. Wer keine Haltung hat, lässt sich treiben. 
Wer eine Haltung hat, navigiert! 

Psychologie der Unsicherheit:

Warum Menschen Angst haben und wie man von der Unsicherheit in die Produktivität kommt 

Es gibt einen einfachen Grund, warum die Unsicherheit in Unternehmen Stress erzeugt: 
Das menschliche Gehirn liebt Sicherheit, Planbarkeit, Stabilität. Und es ist zudem am liebsten im Energiesparmodus unterwegs und schreit entweder zum Protest laut auf: „es wird hier nichts verändert!“ oder verfällt in eine Art Freeze-Modus.  
 
Doch Unternehmen bestehen aus handelnden Menschen – und deshalb ist der Umgang mit Unsicherheit immer auch ein psychologisches Thema.

Führungskräfte, die Unsicherheit in Produktivität umwandeln wollen, brauchen drei Fähigkeiten: 

  • Rationalisieren und Problemerkundung („Was wissen wir?“) 
  • Emotional stabilisieren („Wir sind handlungsfähig.“) 
  • Motivieren („Wir nutzen die Chance.“) 

In unseren Projekten erleben wir immer wieder, dass die beste Strategie nichts hilft, wenn Menschen das Gefühl haben, dass sie ihnen entgleitet. Zudem lernt die Führungskraft die passenden Führungs- und Analysefähigkeiten nicht in der Uni.

Das Märchen von der perfekten Datenbasis – und warum sie völlig überbewertet ist 

Ein weit verbreiteter Irrtum lautet: „Wenn wir nur genug Daten hätten, könnten wir bessere Entscheidungen treffen.“ 

Nein!

Daten helfen – aber sie ersetzen nicht das Denken. Vor allem nicht das strategische Denken. 

Daten zeigen Muster der Vergangenheit. Strategie zielt wiederum auf Muster der Zukunft.
Der Rest ist

  • Mut,
  • Kreativität,
  • Urteils- und Umsetzungskraft. 
     

Eine kurze, provokante Wahrheit zum Schluss 

Viele Unternehmen scheitern nicht an der Unsicherheit. Sie scheitern an ihrer Angst davor. 

Unsicherheit ist kein Feind. Sie ist ein Ist-Zustand. Eine klassische Ausgangsbasis. Sie ist Tatsache und ein Gefühl zugleich, beides hat Berechtigung und bedarf einer Annahme.  

Unsicherheit bietet ein buntes Spielfeld, auf dem sich entscheidet, wer in Zukunft relevant bleibt. Und die gute Nachricht ist: 
Jedes Unternehmen kann lernen, unter der Flagge der Unsicherheit zu navigieren. 

  • Mit den richtigen Methoden.
  • Mit klaren Entscheidungen.
  • Mit mutigen Menschen.
  • Und mit einer Strategie, die sich wendig anpasst, statt zusammenzubrechen. 
     

Zukunftsfähigkeit bedeutet: Unsicherheiten managen und einen guten Umgang mit ihnen zu finden  

Unternehmen, die heute erfolgreich Strategiearbeit betreiben, wissen, dass

  • nicht das Wissen entscheidet, sondern die Fähigkeit.
  • nicht die Kontrolle gewinnt, sondern die Klarheit.
  • Und auch nicht die Sicherheit, sondern die Navigation die Geschwindigkeit zum Ziel bring. 

Wir leben in einer Welt, die sich schnell verändert. Ja – das ist so. Aber das ist keine Drohung. 
Das ist eine Einladung. Eine Einladung, Strategie endlich so zu verstehen, wie sie gemeint ist: 
Als mutige, partizipative Gestaltung der Zukunft. Nicht als starrer Plan – sondern als lebendiger, sich entwickelnder Prozess. 

Die Zukunft wird unberechenbar. Wir freuen uns darauf!

Judith Baldes

IT’S ENTSCHEIDEN-TIME!

IT’S ENTSCHEIDEN-TIME!

Wir brauchen endlich Entscheidungen 

Wie die Umsetzung von Entscheidungen in Unternehmen verzögert werden und dadurch hohe Kosten entstehen 

Montag, 9:00 Uhr. 

14 Teilnehmer sitzen im Management-Meeting. Auf dem Bildschirm: 62 PowerPoint-Folien. Es folgen drei Stunden Diskussion, zahlreiche Wortmeldungen und mindestens fünf Formulierungen wie „Das sollten wir auf jeden Fall noch einmal vertiefen“. 

Es geht um die strategische Ausrichtung für die kommenden Jahre. Die Analyse ist absolut solide. Die Marktchancen sind bekannt. Die Risiken sind zudem identifiziert. Die Optionen liegen auf dem Tisch. 

Um 12:03 Uhr fällt die entscheidende Frage: 

„Also, wie wollen wir jetzt konkret weiter vorgehen?“ 

Kurze Pause. 

„Lasst uns das Thema noch einmal mitnehmen…“ 

Kennt ihr? Ein euch vertrautes Szenario? Wahrscheinlich. 

Und genau hier liegt eines der größten strategischen Probleme vieler Unternehmen: Nicht, dass sie keine erste Vision oder bereits eine Strategie entwickelt haben. Sondern, dass sie sich in der Folge nicht entscheiden. Dass eine Zusammenkunft am Ende ergebnislos im Sand verläuft. 

Ohne Vision kann keine klare Strategie entstehen. Ohne Strategie keine strategische (Umsetzungs-)Planung und ohne diese wiederum keine (gesteuerte) Transformation.

Strategie ist kein Erkenntnisproblem 

Unserer Erfahrung nach wird in der Unternehmenswelt erstaunlich viel Energie darauf verwendet, die „richtige“ Strategie zu finden. Märkte werden analysiert, Wettbewerber bewertet, Szenarien entwickelt und Business Cases gerechnet. 

Das ist wichtig, keine Frage. Aber irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem weitere Analyse keinen zusätzlichen Erkenntnisgewinn mehr bringt. 

Dann beginnt der schwierigere Teil: eine Entscheidung zu treffen. 

Eine echte strategische Entscheidung bedeutet immer auch, etwas nicht zu tun 

Logisch. Wenn ich mich FÜR etwas entscheide, entscheide ich mich automatisch auch GEGEN etwas anderes.  

Wer sich FÜR einen Markt entscheidet, entscheidet sich GEGEN einen anderen. Wer Ressourcen in Digitalisierung investiert, kann dieselben Ressourcen nicht gleichzeitig in fünf andere Initiativen stecken. Wer eine Organisation konsequent auf Wachstum ausrichtet, muss möglicherweise Effizienzziele anders priorisieren. 

Strategie wird deshalb nicht durch das definiert, was ein Unternehmen alles im Maximalen tun möchte. Strategie zeigt sich vor allem darin, worauf ein Unternehmen bewusst verzichtet. 

Die Illusion der strategischen Aktivität 

Ein Blick in viele Unternehmen vermittelt uns STRATEGY PIRATES ® jedoch ein anderes Bild. 

Es gibt Strategiepapiere, Transformationsprogramme, Steering Committees, Roadmaps, KPI-Dashboards und unzählige strategische Initiativen. 

Alle sind beschäftigt. Alle arbeiten. Und zwar wie wild.  

Trotzdem bewegt sich das Unternehmen manchmal erstaunlich wenig. By the way… was Meetings erschreckenderweise kosten, zeigt Ihnen unser Meeting-Kalkulator

Das so wenig in Bewegung kommt, liegt unter anderem daran, dass Aktivität leicht mit Fortschritt verwechselt wird. 

Eine neue Initiative wird mal übereifrig, mal geplant, mal über den Ecktisch gestartet, weil man noch keine Entscheidung treffen möchte. Ein Pilotprojekt wird aufgesetzt, weil eine klare Priorisierung unangenehm wäre. Ein weiteres Meeting wird angesetzt, weil niemand die Verantwortung für den nächsten Schritt übernehmen möchte. 

Das Ergebnis ist eine Organisation, die sehr beschäftigt aussieht – aber strategisch auf der Stelle tritt. Dass ist waschen, ohne nass zu werden. 

Gerade in einer Zeit, in der Unternehmen gleichzeitig mit geopolitischer Unsicherheit, Kostendruck, technologischen Umbrüchen und dem rasanten Vormarsch von KI umgehen müssen, wird dieses Problem noch relevanter. 

Aktuelle Analysen zeigen, dass Unternehmen zwar zunehmend unter Veränderungsdruck stehen, Ressourcen und Talente aber häufig noch nicht konsequent entlang der strategischen Prioritäten verschoben werden. (The State of Organisation: McKinsey Deutschland)

Der gefährlichste Satz im Meeting 

Vielleicht ist es deshalb an der Zeit, eine unbequeme Frage zu stellen: 

Was wäre, wenn wir gar kein Strategieproblem haben? 

Was wäre, wenn wir längst wissen, was zu tun wäre? 

In vielen Management-Teams fehlt nicht die Information oder die Vision, wie etwas besser wäre. Es fehlt die Bereitschaft, aus den Informationen eine zielführende Strategie zu entwickeln, daraus die passenden Konsequenzen abzuleiten und mit diesen Konsequenzen auch final weiterzumachen – entscheidend ist die Umsetzung. 

Entscheidungen haben einen Preis 

Klare Entscheidungen schaffen Gewinner und Verlierer. Sie verändern Budgets. Sie verschieben Macht. Sie machen Verantwortlichkeiten sichtbar. Und sie erzeugen das Risiko, falsch zu liegen. 

Nicht zu entscheiden, fühlt sich dagegen zunächst sicher(er) an. 

Das Problem: Auch Nicht-Entscheiden ist eine Entscheidung. 

Nur eine, deren Kosten häufig erst später sichtbar werden! 

Von der Vision zur Strategie zur Konsequenz 

Eine gute Strategie sollte deshalb nicht bei der Frage enden: 

„Was wollen wir erreichen?“ 

Sondern bei Fragen wie: 

  • Was entscheiden wir jetzt, HEUTE und zwar KONKRET? 
  • Was machen wir AB MORGEN anders? 
  • Welche Initiativen STOPPEN wir sofort? 
  • WER trägt die Verantwortung? 
  • WELCHE Ressourcen verschieben wir wohin? 
  • WORAN erkennen wir in sechs Monaten, ob wir richtig lagen? 

Genau diese Übersetzung von strategischer Ambition in konkrete Mobilisierung und Umsetzung rückt auch in der aktuellen Strategiediskussion stärker in den Fokus. Die Harvard Business Review beschreibt die Phase zwischen strategischer Entscheidung und tatsächlicher Umsetzung als einen entscheidenden Hebel dafür, ob eine Strategie im Unternehmen überhaupt Wirkung entfaltet. 

Das klingt weniger spektakulär als die Entwicklung einer neuen Vision. Ist aber absolut wertvoller. 

Weniger Optionen. Mehr Entscheidungen. Dafür mehr Klarheit. 

Ohne Vision kann keine klare Strategie entstehen. Ohne Strategie keine strategische (Umsetzungs-)Planung und ohne diese wiederum keine (gesteuerte) Transformation.  

Wir unterstützen Sie dabei mehr Fokus zu haben. Mehr Verantwortung zu übernehmen. 

Und vor allem: Strategien zu prüfen und mehr konkrete Entscheidungen zu treffen.  

Schließlich wird Ihr Unternehmen nicht daran gemessen, wie überzeugend Ihre Strategie auf den 62 durchgeflippten PowerPoint-Folien aussah und wie lange Sie im Team die Köpfe zusammengesteckt haben.  

„It’s Entscheiden-Time!“
(Ronan Keating in The Voice of Germany) 

Ihr Steffen Moldenhauer